Wenn Hexen zaubern

Von Matthias Hoppe

Die Hexen Ludmilla und ihre Tochter Vanessa planten einen neuen Streich: ein Fußballspiel verhexen. Sie wussten, dass heute Hintertupfingen gegen Vorderholzingen spielte. Also flogen sie auf ihren Besen zum Stadion und setzten sich auf das Dach der Tribüne. Zuerst sahen sie sich eine Weile das Spiel an und überlegten, welche Hexereien sie machen könnten. Als der Schiedsrichter gerade einen Eckball für Hintertupfingen gepfiffen hatte, flüsterten sie ihren Zauberspruch: „Balli, Balli, Lufti, Lufti, Balli putt, das is' gutt! Hexi-flexi!“


Und plötzlich machte es „Zisch“ und der Ball hatte keine Luft mehr. So ein Mist, dachte der Spieler von Hintertupfingen, der gerade den Eckball schießen wollte. Ludmilla und Vanessa lachten sich kringelig. Das war ein Spaß! Da musste ein neuer Ball geholt werden.


Der Spieler von Hintertupfingen legte sich den neuen Ball zurecht, nahm wieder Anlauf und schoss. Da flüsterten Ludmilla und Vanessa schnell einen neuen Zauberspruch: „Balli, Balli, Lufti, Lufti, Zauberwort: Balli fort! Hexi-flexi!“


Was war das? Der Ball flog weit über das Tor, immer höher und höher in Richtung Himmel und verschwand dann in den Wolken. Weg war er. Ludmilla und Vanessa lachten sich ins Fäustchen. Da musste schon wieder ein neuer Ball geholt werden.


Plötzlich kam die Oberhexe geflogen und entdeckte die beiden Übeltäterinnen auf dem Tribünendach. „Was macht ihr denn für einen Blödsinn?!“, schimpfte sie mit Ludmilla und Vanessa. „Wir hatten doch ausgemacht, dass wir nur noch schöne Hexereien machen! Und vor allen Dingen für Kinder! Jetzt lasst euch mal was einfallen! Schluss mit dem Unfug!“


Ludmilla und Vanessa tuschelten ein bisschen, dann flüsterten sie: „Kissi, Kissi, Bärli, Bärli, Hexi-flexi!“ Da hatten alle Kinder am Morgen eine Tüte Gummibärchen unter ihrem Kopfkissen.


Am nächsten Tag waren plötzlich alle Schuhe der Kinder blitzeblank geputzt.


Am übernächsten Tag war morgens das Pausenbrot schon fertig, ohne dass die Mama etwas tun musste.


Und wenn mal ein Kind krank war, hexten die beiden Hexen es wieder gesund.


So taten sie nur noch Gutes.


Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hexen sie noch heute.


© Matthias Hoppe (2010)



Diese Geschichte ist von Matthias Hoppe

Die Hoppe-Geschichten werden von dem Autor Matthias Hoppe aus Neuburg a.d. Donau geschrieben. >> mehr über Matthias Hoppe

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