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Der Zwergenaufstand von Team Quattro

Die Texte von Matthias Hoppe erscheinen in Schwarz, die von Team Quattro in Orange.

 

 

Kapitel I: Schnapsidee Pilipali

Im Garten der Familie Pumpelmus stehen viele Gartenzwerge. Es gibt große und kleine, dicke und dünne. Alle haben einen Rauschebart und eine Zipfelmütze. Und sie haben Arbeitsgeräte, weil sie sich ja um den Garten der Familie Pumpelmus kümmern müssen: Schaufeln und Hacken, Gartenscheren und Schubkarren. Ein paar Zwerge haben auch eine Laterne.
Doch bei den Gartenzwergen wird viel Blödsinn gemacht: Egon klaut regelmäßig Ludwigs Schaufel, Manni streckt den anderen die Zunge raus und zeigt ihnen dabei den Vogel, und Alex pinkelt jeden Tag in Tonis Schubkarre. Oberzwerg Otto schimpft immer mit den Übeltätern, aber die kümmern sich nicht darum. Statt dessen machen sie eines Tages einen Aufstand. Sie stellen sich vor Otto auf und Toni fragt: „Warum sind wir hier eigentlich nur Männer? Warum haben wir keine Frauen?“ - „Genau!“, meint der kluge Basti, „wenn wir hier auch Frauen hätten, wäre das Leben viel schöner!“ Egon ergänzt: „Denkt mal nach: Ein Mann ohne Frau – das ist doch wie ein Fisch ohne Fahrrad! Oder wie ein Apfel ohne Kopfhörer!“ - „Oder wie ein Teller ohne Propeller!“, flüstert Alex. Und alle zusammen rufen: „Wir wollen Frauen, wir wollen Frauen!“ Sie üben also den Aufstand.

Oberzwerg Otto kratzt sich am Kopf und denkt lange nach. Am Abend überlegt er, wo sie Frauen finden könnten. Auf einmal fällt ihm eine alte Legende aus einem Buch ein. Nach stundenlangem Suchen findet er das Buch in einer Schublade. Darin wird von einem Frauendorf auf dem Planeten Pilipali berichtet, wo nur schöne Frauen leben. Am nächsten Morgen berichtet Otto den anderen Zwergen von seiner Entdeckung in dem Buch. Zunächst sind alle sehr erstaunt über den Fund des Oberzwergs. Aber dann freunden sie sich mit der Idee an, mit einer Rakete auf den Pilipali zu fliegen und das Dorf aufzusuchen.

Aber wo sollen sie eine Rakete herbekommen? Sie rufen bei der NASA in Amerika an. Aber die haben im Moment keinen Flug nach Pilipali. „Das ist ja blöd“, sagt Oberzwerg Otto, „und Deutschland hat keine Raketen nach Pilipali. Vielleicht China oder Russland?“. Also rufen sie dort an. Aber die haben nur Flüge zum Mond, zum Mars und Jupiter. „Ich glaube, Otto“, sagt der kluge Basti, „das mit dem Planeten Pilipali ist nur Quatsch. Wir müssen hier bei uns suchen! Es muss doch auch auf der Erde Frauendörfer geben!“ Und sie machen sich auf die Suche.

 

 

Kapitel II: Im Frauendorf

Am ersten Tag finden sie – nichts. Auch die weiteren zwei Tage sind erfolglos. Doch am vierten Tag während einer Pause sieht Alex einen großen Wald. Vor dem Wald steht ein Schild, das sie jedoch nicht entziffern können. Am nächsten Morgen stehen sie vor dem Schild. Darauf steht „Frauendorf“. Voller Vorfreude laufen sie in Richtung Dorf. Mitten im Wald auf einer Lichtung begegnen ihnen acht Frauen. Die Zwerge stellen sich vor. Dann kommen auch die Frauen zu Wort. Sie heißen Kelly, Peyton, Edeltraud, Irmgard, Waltraud, C.J., Hannah und Anna.

„Also“, sagt Otto, „wir wollten euch fragen, ob ihr nicht Lust hättet, zu uns in den Garten der Familie Pumpelmus zu ziehen. Wisst ihr, ohne Frauen ist das Leben ziemlich langweilig. Wie ein Fisch ohne Fahrrad, oder wie ein Apfel ohne Kopfhörer, oder wie ein Teller ohne Propeller.“ Da müssen die Zwerginnen herzlich lachen. Alex fragt: „Ist euch nicht langweilig – so ohne Männer?“ - „Nein“, sagt C.J., „wir fühlen uns hier sehr wohl, und bei uns gibt es nie Streit.“ Basti will wissen, was ihr Name C.J. bedeutet. Sie meint etwas schüchtern: „Das steht für Camilla Janina. Aber C.J. ist kürzer.“ Otto wird etwas ungeduldig: „Was ist jetzt? Was haltet ihr davon, bei uns zu wohnen?“ Edeltraud, die Oberzwergin, überlegt und meint dann: „Dazu müssten wir uns euren Garten erst mal anschauen. Wir kaufen ja nicht die Katze im Sack. Wenn ihr uns also mitnehmt, werden wir alles überprüfen. Und erst danach werden wir uns entscheiden.“ Die männlichen Zwerge sind einverstanden. 

Die Nacht verbringen sie zunächst im Frauendorf. Am nächsten Tag nach dem Mittagessen wandern sie los in Richtung Haus der Familie Pumpelmus. Nach zwei Tagen harter Wanderung fängt es plötzlich an zu regnen. Die Zwerge sehen sich hektisch um und entdecken eine Höhle. Schnell flüchten sie hinein. Während des stundenlangen Ausharrens in der Höhle machen sie es sich gemütlich. Plötzlich fängt es an zu krachen und der Höhleneingang stürzt ein. Die Zwerge und Zwerginnen schreien: "Oh nein, wie kommen wir hier bloß wieder raus?" Basti ruft: "Wir müssen einen anderen Ausgang finden!" Eilig packen sie ihre Sachen und laufen weiter in die Höhle hinein. Mitten in der Dunkelheit sehen sie Tageslicht. Ludwig ruft: "Ein Loch in der Wand! Hier kommen wir heraus!" Nacheinander klettern sie aus dem Loch - zuerst die Zwerginnen, dann die Zwerge. Doch als sie alle draußen auf einer Wiese stehen, haben sie komplett die Orientierung verloren.

 

 

Kapitel III: Entdeckungsreise

Oberzwergin Edeltraud fragt Otto: „Weißt du, wo's langgeht?“ Otto schüttelt den Kopf: „Keine Ahnung. Hat jemand einen Kompass?“ Nein, hat niemand. „Dann müssen wir auf gut Glück weitergehen.“ Und sie stapfen los. Erst über die große Wiese, dann in einen Wald hinein. Dort begegnet ihnen ein Reh. Aber das ist so scheu, dass es sich gleich verzieht. Außerdem hat es noch nie Gartenzwerginnen und -zwerge gesehen und denkt sich: 'Ich glaub, ich bin im Märchen.' Als die Zwerginnen und Zwerge aus dem Wald heraus kommen, sehen sie vor sich eine Landstraße. Basti ruft: „Wir könnten ja trampen, dann müssen wir nicht laufen. Ich bin sowieso schon ziemlich müde. Und die Autofahrer wissen bestimmt, wo Hintertupfingen ist.“ Also stellen sich alle an den Straßenrand und halten ihre Daumen hoch.

Am späten Abend stoppt neben ihnen ein blauer Pkw. Ein schwarz gekleideter Mann steigt aus und fragt: „Was sucht ihr hier?“ Darauf antwortet Oberzwergin Edeltraud: „Wir müssen nach Hintertupfingen!“ Da nimmt der Autofahrer sie mit, obwohl er nicht weiß, wo er hin muss. Der Mann gibt Hintertupfingen in sein Navi ein, doch es gibt keine Ergebnisse. Nach einer Viertelstunde setzt er dir Zwerge vor einem dichten Wald aus und schenkt ihnen einen Kompass. Sie wissen aber nicht, in welche Himmelsrichtung sie gehen müssen. Sie beschließen, dort hinzugehen, wo das große N auf dem Kompass steht. Nach drei Tagen harten Laufens kommen sie endlich nach Hintertupfingen. Im Garten der Familie Pumpelmus kriechen sie in die Zwergenhütte und jeder legt sich in ein Bett. 

Am nächsten Morgen wollen die Frauen zuerst mal den Garten in Augenschein nehmen. „Uihh“, ruft Kelly, „ihr habt ja sogar einen Kirschbaum!“ Oberzwergin Edeltraud entdeckt die Brombeer- und Johannisbeerhecken am Zaun. „Was ist das da hinten für eine Hütte?“, fragt Irmgard. - „Das“, sagt Basti, „das ist unser Werkzeugschuppen – für unsere Schaufeln und Hacken, Schubkarren und all das Zeug. Wir müssen ja den Garten in Ordnung halten.“ Camilla Janina schaut sich um: „Und wo wascht ihr euch?“ Otto zeigt in die Mitte des Gartens: Dort ragt ein Rohr aus dem Boden. Am oberen Ende hat es einen Wasserhahn. „Daran können wir auch den Gartenschlauch anschließen. Der Rasen und die Blumen müssen ja manchmal gewässert werden.“ Oberzwergin Edeltraud schaut fragend zu ihren Freundinnen: „Na, Mädels, was meint ihr?“ Anna sagt: „Also, mir gefällt's hier.“ Und alle anderen nicken zustimmend. Da jubeln alle Gartenzwerg-Männer und werfen ihre Zipfelmützen in die Luft. „Na, das ist doch wunderbar“, sagt Otto, „dann müsst ihr ja nur noch eure Sachen von zu Hause holen.“

 

 

Kapitel IV: Ein gemeinsames Zuhause

Vier Tage später sind die Zwerginnen mit ihrem gesamten Hab und Gut wieder da. Im Garten erwartet sie eine riesige Überraschung. Die Zwerge rufen: „Eure neuen Ehebetten!“ Begeistert betrachten sie die Betten von Zwergkea, jede Bettdecke der jeweiligen Zwergin ist mit einem großen Herz und dem jeweiligen Namen bestickt. Da flüstert Hannah voller Freude zu Kelly: „So ein großes Bett für jedes Mädchen von uns, das ist ein Traum!“ Sie machen sich noch einen schönen Tag mit einem bezaubernden Lagerfeuer. Als Abendessen gibt es einen geschmackvollen Schweinebraten Hintertupfinger Art, dazu den Kirschlikör vom hauseigenen Kirschbaum. Am Morgen des zweiten Tages wachen die Frauen vom traumhaften Gezwitscher der bunten Vögel auf. Nachdem sie sich frisch gemacht haben, setzen sie sich zu den Zwergen an den reich gedeckten Frühstückstisch.

Es gibt Toast mit Butter und Marmelade oder Honig, aber auch Lachs, Käse und Salami. Egon hat sogar Eier gekocht. Dazu gibt es Kaffee oder Tee, außerdem Milch und Orangensaft. „Mensch, so ein tolles Frühstück hatten wir ja noch nie!“, jubelt Hannah, „macht ihr das jeden Morgen so?“ Basti zwinkert ihr zu: „Wenn ihr brav seid...“ Da müssen alle lachen. Oberzwergin Edeltraud sagt: „Aber mit dem Vorbereiten der Mahlzeiten sollten wir uns abwechseln. Und die Arbeiten im Garten sollten wir untereinander aufteilen. Es soll immer alles gerecht zugehen. Wir sind ja nicht hergekommen, um uns den ganzen Tag von euch bedienen zu lassen.“ - „Das ist fair“, meint Otto, „ich glaube, ihr seid sehr angenehme Mitbewohnerinnen!“ Nach dem Frühstück machen sie gemeinsam einen Arbeitsplan, welche Aufgaben jeder im Garten übernimmt.

Egon und Irmgard müssen den Teich reinigen, Ludwig und Kelly übernehmen das Blumenbeet, Manni und Edeltraud sind für den Gemüseanbau zuständig, Alex und Peyton halten den Wohnbereich sauber, Toni und Anna entfernen das Unkraut, Otto, C.J. und Hannah schneiden einmal im Monat die Hecke und Basti und Waltraud helfen, wo noch Hilfe benötigt wird. Zur Abwechslung werden die Aufgaben jeden Tag durchgetauscht. „Diese Aufgaben sind ja ein Klacks, die hat man ja gleich erledigt!“, meint Anna. Und mit diesem absoluten Wohlgefühl führen sie ihr Leben glücklich weiter. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!