Eltern

Finn erklärt die Kinderrechte

In diesem Video erklärt euch das Männchen Finn die 10 wichtigsten Kinderrechte. 

Ein Junge namens Simon - eine Geschichte von Matthias Hoppe

In dieser Geschichte wollen Felix und Susi wieder mal eine Gute-Nacht-Geschichte von ihrer Mama hören. Mama erzählt ihnen heute von Simon und den Kinderrechten. Matthias Hoppe hat diese Geschichte für uns für den Tag der Kinderrechte geschrieben.

Eine Junge namens Simon

Eine Geschichte von Matthias Hoppe

„Mama, erzählst Du uns heute wieder eine Gutenachtgeschichte?“, fragten Felix und Susi kurz vor dem Schlafengehen. „Na klar“, sagte Mama. „Heute erzähle ich euch von Simon. Das war ein Junge, der vor langer, langer Zeit lebte. Seine Eltern waren sehr arm. Sie hatten nur eine winzige Wohnung. Von einem eigenen Kinderzimmer konnte Simon nur träumen; er musste immer noch bei seinen Eltern im Bett schlafen, obwohl er schon zwölf war. Und weil die Familie nur sehr wenig Geld hatte, zwang Simons Vater ihn, jeden Tag durch die Straßen zu ziehen, um zu betteln. Das war fast so etwas wie Kinderarbeit“ - „Moment“, unterbrach Felix, „ging er denn nicht zur Schule?“. Mama schüttelte den Kopf: „Nein, denn damals gab es noch keine Schulpflicht. Simon konnte also weder lesen noch schreiben. Und wenn er von seinen Betteltouren nur wenig mitgebracht hatte, wurde er von seinem Vater windelweich geprügelt.“ Susi schüttelte den Kopf: „Das ist ja furchtbar!“ Aber Mama war noch nicht fertig; denn wenn Simon mal krank war, konnten sich die Eltern die Behandlung durch einen Arzt nicht leisten. Und eine Krankenversicherung gab es damals noch nicht. „Und wie war es mit Freizeitaktivitäten?“, wollte Felix wissen, „konnte er denn wenigstens mal zum Sportverein gehen?“ Auch das musste Mama verneinen; an so etwas war überhaupt nicht zu denken. Deshalb hatte Simon auch keine Freunde. Er führte also ein ziemlich erbärmliches und trauriges Leben. „Aber ich will euch nicht deprimieren“, meinte Mama, „denn zum Glück gab es im Laufe der Zeit wichtige Veränderungen, die das Leben der Kinder wesentlich verbesserten. Simon hat das zwar nicht mehr erlebt, aber ihr profitiert noch heute davon.“ Und sie erzählte von der Einführung der allgemeinen Schulpflicht, der Krankenversicherung, dem Verbot von Kinderarbeit oder Kinder körperlich zu züchtigen. Ganz wichtig ist auch das Verbot, Kinder als bewaffnete Soldaten in den Krieg zu schicken. Und seit dreißig Jahren gibt es die sogenannte Kinderrechtskonvention. Die wurde von den Vereinten Nationen verabschiedet. Das ist der Zusammenschluss aller Staaten der Welt. In dieser Konvention ist festgeschrieben, welche Rechte Kinder haben und wie sie gefördert, aber auch geschützt werden sollen. „Also, Felix und Susi, auch wenn ihr noch jung seid, habt ihr trotzdem ganz wichtige Rechte. Und niemand darf sie euch nehmen.“ Susi freute sich: „Na, dann bin ich aber froh, nicht zu Simons Zeiten gelebt zu haben. Manchmal mag ich die Schule zwar nicht so besonders, aber ich bin doch froh, dass es sie gibt und ich was lernen kann. Ich will ja nicht als Analphabet durchs Leben gehen.“ - „Zusätzlich hast du auch das Recht, später eine Berufsausbildung zu machen!“, ergänzte Mama. - „Und ich bin froh, dass ich nicht als Kindersoldat in den Krieg ziehen muss!“, rief Felix, „Krieg ist überhaupt das Allerletzte, nicht nur für Kinder!“ - „Na, seht ihr,“ meinte Mama, „dann ist es doch gut, dass diese Rechte für immer verbindlich festgelegt sind.“ Und sie hatte noch eine letzte Information dazu: Ebenfalls seit dreißig Jahren gibt es am 20. November den Internationalen Tag der Kinderrechte. „Und wenn ihr an diesem Tag in der Schule darüber sprecht, dann wisst ihr ja schon einiges.“

© Matthias Hoppe