Kids & Teens

Geschichten von Matthias Hoppe

Geschichten können spannend, lustig, aufregend, nachdenklich,... sein. Für kidnetting.de schreibt der Neuburger Autor Matthias Hoppe exklusiv jeden Monat eine kurze Geschichte. Wie kommt man auf die Idee Geschichten für Kinder zu schreiben und was macht Matthias Hoppe sonst noch? Das erfährst du hier

Aktuelle Geschichte:

Die Sprichwörter

„Mama, warum muss man B sagen, wenn man A gesagt hat?“, will Felix kurz vor dem Schlafengehen wissen, „also, wenn ich Ameise gesagt habe, muss ich dann auch B-Meise sagen? Und warum? Das ist doch ziemlich Gaga.“Mama muss lachen: „Nein, eine B-Meise gibt’s ja gar nicht. Das ist ein Sprichwort, und das heißt: Wer A sagt, muss auch B sagen. Damit ist gemeint, dass man etwas fertig machen soll, das man angefangen hat. Nach A kommt ja B. Ist ein Sprichwort.“„Ein Sprichwort?“, wundert sich Susi, „was ist denn ein Sprichwort? Alle Wörter, die wir sprechen, sind doch Sprichwörter! Wenn ich sage: Ich hab dich lieb!, dann hab' ich vier Sprichwörter gesagt, weil ich vier Wörter gesprochen habe!“„Nein, nein, so ist das nicht gemeint“, lacht Mama, „ein Sprichwort nennt man eine Lebensweisheit oder einen guten Rat. Ich sag euch noch eins: Wer ander'n eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. Das bedeutet: Wenn man jemandem etwas Böses tut, dann hat das auch schlechte Folgen für einen selbst. Also sollte man es lassen, weil man hinterher selbst der Depp ist.“„Das ist ja witzig“, meint Felix, „dann gibt’s also für alles so komische Sprichwörter?“„Naja, nicht für alles“, sagt Mama, „aber für ziemlich viel. Zum Beispiel Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Das ist ein guter Ratschlag und bedeutet: Wenn man freundlich ist, werden die anderen auch freundlich sein. Und wenn man sie ärgert, kriegt man selbst Ärger. Bei allem, was man tut, bekommt man ein Echo – so oder so.“„Sprichwörter find' ich irgendwie cool“, meint Susi, „was gibt’s noch?“Jetzt muss Mama schmunzeln, weil ihr etwas Tolles einfällt. „Also, passt auf. Ich hab' euch doch heute gesagt, ihr sollt endlich mal euer Kinderzimmer aufräumen. Und was habt ihr gesagt?: Morgen, Mama! Auch dazu gibt’s ein Sprichwort: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! Es gibt dazu sogar noch ein zweites Sprichwort: Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.“„Also gut“, sagt Felix und muss gähnen, „heute sind wir aber nicht mehr faul, sondern nur noch müde. Aber morgen räumen wir wirklich auf; versprochen! Morgen ist ja schon fast heute.“„Liegt ihr gut und bequem?“, fragt Mama und gibt ihnen einen Gutenachtkuss. „Ja!“, rufen Felix und Susi und kuscheln sich in ihre Betten. „Dann ist es ja gut“, sagt Mama, „denn dazu gibt’s auch ein Sprichwort: Wie man sich bettet, so liegt man. Wenn ihr also gut liegt, dann seid ihr auch gut gebettet. Schlaft gut, meine Schätze! Bis morgen früh. Und Morgenstund' hat Gold im Mund!“

© Matthias Hoppe

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