Kids & Teens

Geschichten von Matthias Hoppe

Geschichten können spannend, lustig, aufregend, nachdenklich,... sein. Für kidnetting.de schreibt der Neuburger Autor Matthias Hoppe exklusiv jeden Monat eine kurze Geschichte. Wie kommt man auf die Idee Geschichten für Kinder zu schreiben und was macht Matthias Hoppe sonst noch? Das erfährst du hier

Aktuelle Geschichte:

Der Pumpernickel

Es war einmal ein Bub, der hieß Pumpernickel. Dafür konnte er nichts. Seine Eltern hatten ihn halt so genannt. Und die hatten selbst auch sehr komische Namen. Sein Vater hieß Alexander Grünschnabel und seine Mutter Eveline Morgenrock. Deshalb bekam Pumpernickel als Nachnamen einen Doppelnamen. Er hieß also Pumpernickel Grünschnabel-Morgenrock.
Die anderen Kinder machten sich immer lustig über ihn. „Pumpernickel Grünschnabel-Morgenrock! Das ist ja die Härte!“, rief der Florian, „wie kann man nur so verhunzt heißen? Ich heiße Florian Müller. Das ist ein Name!“ - Und jedes Mal, wenn die Kinder ihn auslachten, wurde Pumpernickel sehr traurig. Er konnte doch nichts dafür, dass er so hieß!
Eines Abends vor dem Schlafengehen sagte er zu seiner Mutter: „Du, Mama, ich will nicht mehr so heißen! Das ist fürchterlich! Alle spotten über mich und deshalb habe ich keine Freunde. Ich will anders heißen!“ - „Wie würdest du denn gerne heißen?“, fragte Mama.
Pumpernickel überlegte lange. Dann sagte er: „Wie wäre es mit Maximilian Freitag? Ich wurde ja an einem Freitag geboren!“
„Das ist ein wunderschöner Name, mein lieber Pumpernickel“, sagte Mama. „Pass auf: Gleich morgen gehst du zu diesen blöden Kindern und sagst ihnen, dass du jetzt Maximilian Freitag heißt. Vielleicht kriegst du dann Freunde.“
Das machte Pumpernickel sofort am nächsten Tag. Als die anderen hörten, dass er nicht mehr diesen komischen Namen hatte, fragten sie: „Willst du unser Freund sein, Maximilian?“ - Und Florian sagte sogar: „Du bist auch an einem Freitag geboren? Ich auch.“ So fand Pumpernickel doch noch Freunde. Darüber war er sehr glücklich.
Doch nach ein paar Tagen, an denen er viel mit seinen neuen Freunden gespielt hatte, sagte Pumpernickel zu seiner Mama: „Eigentlich habe ich gelogen. Ich heiße ja in Wirklichkeit gar nicht Maximilian Freitag. Was soll ich machen? Ich habe ein schlechtes Gewissen.“
„Gegen ein schlechtes Gewissen“, sagte Mama und nahm Pumpernickel ganz fest in den Arm, „gegen ein schlechtes Gewissen hilft nur, die Wahrheit zu sagen.“
Und Pumpernickel ging zu seinen Freunden und sagte: „Ich hab' euch angelogen. Ich heiße immer noch Pumpernickel Grünschnabel-Morgenrock. Mögt ihr mich denn trotzdem?“
Die Freunde schauten sich kurz an. Eigentlich hatten sie Maximilian ja  inzwischen ganz gern. Da sagte Florian: „Ach, ist doch völlig wurscht, wie man heißt! Hauptsache, du bist ein guter Kumpel! Und das bist du. Also, du klasse Maximilian Freitag Pumpernickel Grünschnabel-Morgenrock: Freundschaft über alles! Bingo?“
Da freute sich Pumpernickel riesig und strahlte über alle vier Backen.

© Matthias Hoppe

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