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Geschichten von Matthias Hoppe

Geschichten können spannend, lustig, aufregend, nachdenklich,... sein. Für kidnetting.de schreibt der Neuburger Autor Matthias Hoppe exklusiv jeden Monat eine kurze Geschichte. Wie kommt man auf die Idee Geschichten für Kinder zu schreiben und was macht Matthias Hoppe sonst noch? Das erfährst du hier

Aktuelle Geschichte:

Das Känguru Katharina

Im Zoo von Hintertupfingen leben viele Tiere, klar. Elefanten, Giraffen, Löwen, Tiger, Pinguine, Krokodile und viele mehr. Und es gibt auch Kängurus. Die kommen aus Australien. Eins dieser Kängurus heißt Katharina und ist noch nicht so lange hier. Katharina hat eine lange Reise hinter sich – um die halbe Welt.
Im Zoo findet sie es komisch. Zu Hause konnte sie durch die unendliche Gegend hüpfen, aber hier ist bald Schluss. Da gibt es Gräben und Zäune, und dann geht es nicht mehr weiter.
'Und dann die Menschen – die stehen da am Zaun und gaffen mich an', denkt Katharina. 'Bin ich denn so etwas Besonderes? Bin ich ein Weltwunder, dass die mich mit ihren Glupschaugen so anstarren? Ich bin doch nur ein Känguru!'
Katharina ist ein neugieriges Känguru. Sie will unbedingt wissen, was sich hinter den Gräben und Zäunen befindet. Sie sucht nach einer Lücke im Zaun. Aber sie findet keine. Da fängt sie an, unter dem Zaun ein Loch zu graben. Zum Glück sind die Wärter gerade bei den Nilpferden und können nicht sehen, was Katharina da macht.
Nachdem sie ungefähr eine halbe Stunde gegraben und geschaufelt hat, ist das Loch unter dem Zaun jetzt so groß, dass sie hindurchschlüpfen kann. Dann hüpft sie weg vom Zoo und hinein in die große Stadt.
Sie läuft durch die Straßen und muss sich wundern. Immer wieder sieht sie Abfall auf den Bürgersteigen: Dosen, leere Flaschen, Zigarettenschachteln, Bonbonpapier, Eisbecher und alles Mögliche, was die Menschen einfach auf die Straße geworfen haben. 'Ziemlicher Saustall', denkt Katharina. Sie beginnt, den Müll aufzusammeln – und steckt ihn in ihren Bauchbeutel. Kängurus haben nämlich einen Beutel am Bauch. Darin werden eigentlich die Babys aufbewahrt; aber Katharina hat kein Baby.
Als ihr Beutel prall voll ist, hüpft sie zurück zum Zoo, schlüpft wieder unter dem Zaun hindurch – und kippt den Müll vor die Tür des Zoodirektors. Der ist darüber gar nicht erfreut. „Aber Katharina“, sagt er, „du bist doch keine Müllfrau! Dein Beutel ist doch für Babys da! Und dieser Beutel ist viel zu wertvoll. Müll hat darin nichts zu suchen! Außerdem könntest du dich verletzen. Mach das bitte nicht mehr. Ihren Dreck sollen die Menschen gefälligst selbst wegräumen. Nein, sie sollen erst gar nichts auf die Straße werfen!“
Katharina überlegt. „Aber wie bekomme ich ein Baby?“
„Dazu brauchst du einen Känguru-Mann“, sagt der Zoodirektor. „Schau mal, da vorne, der Manni, der da unterm Baum hockt – der hat noch keine Frau und er ist ziemlich einsam. Der ist sehr nett. Ich kenne ihn schon lange. Vielleicht magst du ihn. Und vielleicht mag er dich. Dann bist du auch nicht mehr alleine. Geh mal zu ihm hin!“
„Das mach ich“, sagt Katharina und freut sich übergroß. „Und“, sagt sie zum Zoodirektor, „du hast Recht: Mein Kinderbeutel ist für Kinder da und nicht für Müll. Und auf den Manni bin ich sehr gespannt...“

© Matthias Hoppe

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